Vorwort zum Rundbrief Oktober 2026
Liebe Gläubige,
unser Generalobere Pater John Berg hat in Absprache mit dem Seminarregens Pater Ribeton entschieden, dass Pater Mendler in den nächsten Jahren seine theologischen Studien an der Katholischen Hochschule in Köln fortsetzen soll. Das ist einerseits eine gute Nachricht, dass Pater Mendler unserer Niederlassung erhalten bleibt, andererseits aber auch bedauerlich, denn es bedeutet gleichzeitig, dass er ab Oktober nur noch eingeschränkt für die öffentliche Feier der Werktagsmessen und ebenso für das Apostolat nicht mehr wie im bisherigen Rahmen zur Verfügung steht. Dies ist umso mehr ein Verlust, da Pater Mendler in seinen ersten beiden Priesterjahren nicht nur einen großen seelsorglichen Eifer an den Tag gelegt hat, sondern dies auch mit sehr viel Empathie und pastoraler Klugheit verbunden hat. Es wird für mich und unserem Neupriester, Pater Stjepan Androić nicht einfach sein, diese Lücke zu schließen, zumal die seelsorglichen Anfragen aufgrund des erfreulichen Zuwachses an neuen, zum Teil noch ungetauften und nicht gefirmten Erwachsenen beständig zunehmen. Die neue Situation bringt es leider u. a. mit sich, die Freitagabendmessen in Düsseldorf mit Ausnahme des Herz-Jesu-Freitags (und höheren Festen) einzustellen. Pater Andreas Fuisting hat uns dankenswerterweise häufig am Donnerstag und Samstag bei der Feier der hl. Messe in Düsseldorf vertreten, was aber am Freitag nicht möglich ist, da er jeweils durch die Messfeier in Odenthal-Klasmühle gebunden ist. Bei Abwesenheit eines unserer Priester kommen wir dann leicht in die Bredouille, wenn es gilt, Ersatz zu finden.
Es freut mich sehr, dass unser verehrter Erzbischof, Kardinal Woelki, in einem Interview mit Regina Einig von der Tagespost anlässlich seines 70. Geburtstages sein Anliegen um Neuevangelisierung zum wiederholten Male deutlich hervorgehoben hat. Das ist ein erfreulicher Kontrapunkt zu der sonst eher resignierten Haltung, die leider auch manche der deutschen Bischöfe an den Tag legen. Wenn wir in der Kirche nicht mehr auf den Heiligen Geist und sein Wirken vertrauen, dann stimmt etwas mit unserem Glauben nicht mehr. Die ganzen Strukturreformen – so sinnvoll sie in manchen Bereichen sein mögen – sind fatal, wenn sie mehr oder weniger den Charakter einer „Sterbebegleitung“ annehmen. Das hat dann mit der „frohen Botschaft“ des Evangeliums und dem Missionsauftrag Christi nicht mehr viel zu tun. Den hl. Paulus hat die Liebe zu Christus („die Liebe Christi drängt mich“ 2 Kor. 5,14) in die ganze damals erreichbare Welt hinaus getrieben und den Grundstein für die Weltkirche gelegt. Jeder einzelne Gläubige, der neu oder wieder zur Kirche findet, ist ein Mutmacher für uns alle und zugleich ein Gegenbeweis dafür, dass der christliche Glaube keine Zukunft hat. Nicht der feigen Anpassung an den Zeitgeist, sondern der Treue zum authentischen Glauben der Kirche gehört die Zukunft und zieht ganz offensichtlich vor allem junge Menschen überall auf der Welt an, die nach dem Sinn und der Hoffnung ihres Lebens fragen. Dass dies immer noch nicht bei der Mehrzahl unserer Bischöfe und Kirchenfunktionäre im deutschen Sprachraum angekommen ist, das ist das eigentlich Erstaunliche. Der Weltmissionssonntag, den wir in diesem Monat begehen, darf nicht nur auf dem Papier stehen, sondern muss allen ins Herz geschrieben sein, die mit allen Heiligen der Kirche die Sorge um das Heil der Seelen teilen.
Es grüßt Sie im Gebet verbunden
Ihr Pater Bernhard Gerstle







