Vorwort zum Rundbrief August / September 2026

Liebe Gläubige,

am 11. Juni verstarb überraschend Pfarrer Karl-Heinz Virnich, langjähriger Pfarrer von Düsseldorf-Flehe und Volmerswerth, im Alter von 71 Jahren. Mit ihm verlieren wir einen priesterlichen Freund, der stets ein offenes Ohr für uns hatte und den freundschaftlichen Kontakt pflegte. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass wir in Düsseldorf-Volmerswerth in der schönen neugotischen Kirche St. Dionysius Heimat gefunden haben und die hl. Messe feiern dürfen. Am 19. Juni hat er in seiner Heimat in Wipperfürth-Kreuzberg seine letzte Ruhestätte gefunden. Wir bleiben ihm in Dankbarkeit und Gebet verbunden.

Inzwischen haben die Schulferien begonnen und viele werden diese Zeit nutzen, um mit der Familie in den verdienten Urlaub zu fahren. Die Petrusbruderschaft bietet an verschiedenen Orten, wie Sie dem überregionalen Informationsblatt entnehmen können, für Familien, Kinder und Jugendliche religiöse Freizeiten an. Auch dieses Jahr ist die Familienfreizeit unserer Niederlassung Köln in der Eifel (Blankenheim) ausgebucht. Ich freue mich, dass Pater Unglert, der vier Jahre hier segensreich gewirkt hat, auch in diesem Jahr bereit ist, die Leitung zu übernehmen, unterstützt von Priestern und Seminaristen der Petrusbruderschaft.

Wie Sie den Terminseiten vielleicht schon entnommen haben, steht auch dieses Jahr im September erneut ein personeller Wechsel an. Pater Serwe wird eine neue Aufgabe in unserer Niederlassung in Amsterdam übernehmen. Er tut sich leicht damit, neue Sprachen zu erlernen und freut sich auf seinen neuen Einsatzort in den Niederlanden unter der Leitung von Pater Knudsen. Ihn wird Pater Stjepan Androić ersetzen, der am 20. Juni in Lindenberg mit 12 weiteren Diakonen zum Priester geweiht worden ist. Pater Androić, der aus Zagreb stammt, hat in einem Interview in der Ausgabe der „Tagespost“ vom 2. Juli (Seite 15) erwähnt, dass er aus einer praktizierenden katholischen Familie stammt und 2017 die überlieferte hl. Messe erstmals kennen gelernt hat. Zwei Jahre später, im Herbst 2019, ist er in unser Priesterseminar in Wigratzbad eingetreten, nachdem er zuvor fünf Jahre in Zagreb englische und russische Philologie studiert hatte. Wir freuen uns auf sein Kommen. Offiziell wird er zwar erst in der zweiten Hälfte des September seinen Dienst in unserer Niederlassung beginnen, aber schon zuvor in Köln und Düsseldorf die Nachprimiz feiern und sich in unserem Haus einrichten.

Es grüßt Sie, verbunden mit der Bitte um Ihr Gebet vor allem für unsere jungen Mitbrüder,

Ihr Pater Bernhard Gerstle

Vorwort zum Rundbrief Juni / Juli 2026

Liebe Gläubige,

das Drama von 1988 mit den unerlaubten Bischofsweihen scheint sich in der Piusbruderschaft zu wiederholen. Sie hält offensichtlich an den angekündigten Weihen am 1. Juli diesen Jahres fest. Der Vatikan hat kürzlich durch den Glaubenspräfekten, Kardinal Fernandez, unmissverständlich deutlich gemacht, dass dieser Schritt als schismatisch zu bewerten ist. Er zieht nach dem geltenden Kirchenrecht „ipso facto“ (d.h. automatisch als Tatstrafe) die Exkommunikation der weihenden Bischöfe und der neu geweihten Bischöfe nach sich. Die Unterscheidung zwischen einem Bischof, der Jurisdiktion beansprucht und Weihbischöfen, die das nicht tun, gilt jedenfalls nicht, wie dies die Piusbruderschaft behauptet, um die Entscheidung zu rechtfertigen. Nicht von ungefähr wird auch einem Weihbischof ein stillgelegtes Bistum bei der Weihe anvertraut. Nur in Unterordnung und in Einheit mit dem Papst ist ein Bischof rechtmäßiger Vertreter der Kirche und übt er legitim seine Amtsgewalt aus. Ebenso üben auch die Priester, die ein illegitimer Bischof weiht, nicht rechtmäßig ihren Dienst aus und unterliegen automatisch der Kirchenstrafe der Suspension. Gläubige dürfen von solchen Priestern deshalb nur in besonderen Ausnahmefällen, z.B. in Todesgefahr, gültig und erlaubt die Sakramente empfangen. Wie im Jahr 1988 beruft sich die Piusbruderschaft ferner auf den Notstand in der Kirche infolge der Glaubenskrise. Diese ist auch nicht zu leugnen. Doch darf das niemand dazu veranlassen, eigenmächtig am Papst und der kirchlichen Hierarchie vorbei der Krise gegenzusteuern. So haben stets Kirchenspalter und Reformatoren argumentiert und gehandelt, aber nicht die Heiligen, die in der Kirche echte Reformen bewirkt haben.

Die Piusbruderschaft hat vor allem während des Pontifikats von Papst Benedikt XVI. die große Chance vergeben, den Bruch mit Papst und Kirche zu heilen und mit Rom zu einer einvernehmlichen Lösung zu finden. Bei all dem großzügigen Entgegenkommen von Seiten des Vatikans seit 2007 mit der Aufhebung der Exkommunikation ihrer vier Bischöfe durch Papst Benedikt XVI., und der großzügigen Erlaubnis zur Feier der überlieferten lateinischen Liturgie, stellt sich die Frage, wie dieser neuerliche Bruch überhaupt noch einmal geheilt werden kann. Die Piusbruderschaft besteht auf einer Revision verschiedener Texte des 2. Vatikanischen Konzils. Doch dies ist nicht vorstellbar. Außerdem hat vor allem Papst Benedikt XVI. umstrittene Aussagen des Konzils im Lichte der kirchlichen Lehre und Tradition zurecht gerückt, so dass sich hier ein wirklicher Handlungsbedarf erübrigt. Somit bleibt nur noch, dass die Piusbruderschaft eines Tages anerkennt, sich über etliche Jahrzehnte geirrt zu haben. Dies wiederum wird die Mehrheit ihrer Mitglieder mit Sicherheit strikt ablehnen und als „Verrat an Erzbischof Lefebrve“ bewerten. Insofern muss man fürchten, dass der Zug für eine künftige Einigung und Wiedereingliederung in die volle Gemeinschaft der Kirche endgültig abgefahren ist. Ob das mit allen Konsequenzen den Priestern und Gläubigen der Piusbruderschaft bewusst ist?

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Pater Bernhard Gerstle

Vorwort zum Mai-Rundbrief

Liebe Gläubige,

für die diesjährige Pfingstwallfahrt von Paris nach Chartres haben sich so viele Teilnehmer gemeldet – über 20.000 – dass die französischen Organisatoren an ihre Grenzen stoßen und weitere Anmeldungen ablehnen müssen. Das zeigt, welch großer Beliebtheit sich diese Wallfahrt erfreut. Vergleichsweise bescheiden ist hinsichtlich der Teilnehmerzahlen bislang die Fußwallfahrt von Köln nach Kevelaer, die seit einigen Jahren im September stattfindet. Aber auch hier ist ein wachsendes Interesse spürbar. Viele bedeutende Dinge sind aus kleinen Anfängen heraus entstanden. Unser Herr und Heiland hat mit zwölf Aposteln begonnen und daraus ist allen Verfolgungen und Widerständen zum Trotz die große Weltkirche geworden. Pfingsten gilt als die Geburtsstunde der Kirche. Die Herabkunft des Heiligen Geistes hat alles verändert, hat aus verzagten Jüngern und Aposteln mutige Bekenner und opferbereite Märtyrer gemacht. Wir erleben in dieser Hinsicht in den letzten Jahrzehnten leider eine gegenteilige Entwicklung. Statt missionarischem Aufbruch herrscht Resignation und Mutlosigkeit. Kirchen werden geschlossen, profaniert oder sogar abgerissen. Immer mehr Gemeinden werden zusammengelegt, Messfeiern gestrichen. Man spricht schon von einer „bischöflich und priesterlich assistierten Sterbebegleitung“, so als ob der christliche Glaube kaum noch eine Zukunft hat und nur noch in kleinen Zirkeln überleben kann.

In einer Predigt am Pfingstfest 1984 klagte der Bischof von Fulda, Erzbischof Johannes Dyba (+2000): „Wenn man das Gesamtbild und den jetzigen Zustand der Kirche betrachtet, wird man doch dem Schluss kaum ausweichen können, dass am Ende dieses Prozesses (der Anpassung) weit mehr weltlicher Geist in die Kirche eingedrungen ist als Heiliger Geist in die Welt…So haben wir heute in der Kirche viele Pastoralreferenten, aber zu wenig Heilige. Viele Medienexperten, aber kaum noch Propheten, viele Theologen, aber wenig Priester, viel Engagement und finanzielle Opfer, aber wenig Gehorsam, viel Kritik, aber wenig Begeisterung. Einen riesigen kirchlichen Apparat, aber schrumpfendes kirchliches Leben.“

In den letzten Jahren gibt es gegen diesen offiziellen Trend jedoch eine interessante gegenteilige Entwicklung. In vielen Ländern Europas finden immer mehr, vor allem junge Leute zur Kirche, die nicht religiös aufgewachsen sind und die sich nun taufen lassen. Viele unter ihnen fühlen sich dabei besonders von traditionellen Frömmigkeitsformen, einschließlich der überlieferten lateinischen Liturgie angezogen. Ebenso legen sie Wert auf die traditionelle Lehre der Kirche. Das kommt inzwischen auch auf höchster kirchlicher Ebene an. Kardinal Woelki beispielsweise hat das schon länger erkannt und geht dabei mit gutem Beispiel voran. So freuen wir uns, dass dieses Jahr zum zweiten Mal nach Fronleichnam am 5. und 6. Juni ein eucharistischer Kongress in Köln stattfindet. Im vergangenen Jahr haben bereits über 1000 Gläubige daran teilgenommen. Dieses Jahr steht der Kongress unter dem Motto „Die Eucharistie als Quelle unserer Einheit.“ Interessenten können sich über die Webseite www.kommtundseht.com informieren.

Als gläubige Christen gibt es keinen berechtigten Grund zur Resignation. Wir haben allen Grund an die Gnade Gottes und an das Wirken des Heiligen Geistes zu glauben, der weht, wo er will und wann er will.

Ihnen allen ein glaubensfrohes Pfingstfest wünschend, grüßt Sie herzlich

Ihr Pater Bernhard Gerstle

Vorwort zum April-Rundbrief

Liebe Gläubige,

die liturgische Feier des Todes und der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus ist der Höhepunkt im Kirchenjahr. Wir feiern sozusagen „unsere Erlösung“. Denn wäre Christus nicht für uns gestorben, wäre der Himmel für uns verschlossen geblieben. Und wäre Christus nicht von den Toten auferstanden, dann hätten auch wir keine berechtigte Hoffnung auf ewiges Leben. So markiert die Auferstehung Jesu von den Toten, ebenso wie seine Menschwerdung den Wendepunkt in der Heilsgeschichte. Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort. Er ist vielmehr der Durchgang zum eigentlichen, zum ewigen Leben. Vor uns als gläubige Christen liegt eine herrliche Zukunft. Jesu Verheißung an seine Jünger und Apostel gilt jedem von uns: „Ich gehe voraus, Euch eine Wohnung zu bereiten, damit auch Ihr seid, wo ich bin“ (Joh. 14,2)! Die Sehnsucht nach dem Himmel muss einhergehen mit der Sehnsucht nach dem Herrn. Je tiefer unsere Liebe zu Gott, umso stärker wird unsere Sehnsucht nach ihm. Diese Sehnsucht lässt sich messen in der Nähe, die wir zu ihm suchen, vor allem im Gebet, in der Mitfeier der heiligen Messe, sowie im würdigen Empfang der heiligen Kommunion. Das stille Gebet vor dem Tabernakel und die eucharistische Anbetung ist eine besonders intensive Weise, dem Herrn nahe zu sein. Der selige Carlo Acutis sagte einmal: „Wer sich der Sonne aussetzt, wird braun. Wer sich dem Allerheiligsten aussetzt, wird heilig!“

Eine besondere Freude wird uns auch in diesem Jahr in der heiligen Osternacht geschenkt. Vier Erwachsene werden in unserer Kölner Kirche Maria Hilf die heilige Taufe empfangen, ebenso die Firmung und Erstkommunion. Unter ihnen ist auch ein junger Mann, der im vergangenen Jahr aus Istanbul zum Studium nach Bonn gekommen ist. Im Alter von 15 Jahren hat er aus eigenem Antrieb begonnen sich über das Internet mit dem Christentum zu beschäftigen und die hl. Schrift zu lesen. In Deutschland hat er zunächst eine byzantinische Hl. Messe besucht und dann die zweite heilige Messe seines Lebens in unserer Kirche Maria Hilf mitgefeiert. Seitdem besucht er regelmäßig, auch an Werktagen bei uns die hl. Messe. Ich bin erstaunt, wie gute Glaubenskenntnisse er sich bereits in der Türkei angeeignet hatte. Wie wunderbar ist doch das Gnadenwirken Gottes! Bitte schließen Sie ihn und unsere weiteren Taufbewerber in Ihre Gebete ein!

Ihnen eine frohe und gnadenreiche Osterzeit wünschend, grüßt Sie in Vorfreude auf das Fest der Auferstehung unseres Herrn, ebenso von meinen Mitbrüdern

Ihr Pater Bernhard Gerstle

Vorwort zum Rundbrief Februar / März

© Vatican Media

Liebe Gläubige,

am 19. Januar, gewährte Papst Leo XIV. unserem Generaloberen, Pater John Berg und dem ersten Generaloberen und Gründer der Petrusbruderschaft, Pater Josef Bisig (seit über 20 Jahren Regens unseres amerikanischen Priesterseminars in Denton, USA), eine halbstündige Privataudienz. Es wird von einem Gespräch in herzlicher Atmosphäre berichtet. Es ist eine Fügung, dass Papst Leo XIV. aus Chicago stammt und Pater Berg von einem benachbarten amerikanischen Bundesstaat (Minnesota). Das Treffen diente vor allem dem Kennenlernen und dem Austausch von Informationen. Letztes Jahr wurde die Petrusbruderschaft vom Vatikan als Erste der traditionellen Gemeinschaften im Auftrag von Papst Franziskus visitiert. Wir warten noch auf den Bericht der Visitatoren, sind aber zuversichtlich, dass dieser positiv ausfallen wird. Unsere Hoffnung ist außerdem, dass Papst Leo XIV. wenigstens teilweise einschränkende Maßnahmen gegenüber dem Gebrauch der überlieferten Liturgie seines Vorgängers wieder zurück nehmen wird. Die Oberen der Petrusbruderschaft werden sicherlich dieses Anliegen bei der Erneuerung der Weihe unserer Bruderschaft an die Muttergottes am 11.Februar (Tag der ersten Erscheinung der Gottesmutter) mit nach Lourdes nehmen. Alle Priester und Gläubigen sind aufgerufen, sich auf diese Erneuerung der Weihe durch das tägliche Beten eines Gesätzes des Rosenkranzes und dem Gebet des Memorare des hl. Bernhard von Clairvaux vorzubereiten und die Weihe am 11. Februar mitzuvollziehen.

Es grüßt Sie im Gebet verbunden herzlich

Ihr Pater Gerstle

Vorwort zum Januar-Rundbrief

Liebe Gläubige,

das Fest der Geburt unseres Herrn Jesus Christus markiert die eigentliche „Zeitenwende“ der Heilsgeschichte. Damit hat in der Tat eine „neue Zeitrechnung“ begonnen, auch wenn das exakte Geburtsjahr Jesu vielleicht nicht ganz exakt 2026 zurückliegt. Für uns als gläubige Christen ist Weihnachten nicht nur und in erster Linie ein Fest der Familie, erst recht nicht ein paar freie Arbeitstage, sondern die Offenbarung der unendlichen Liebe Gottes, Ausgangspunkt unserer Erlösung. Wie lange hat das auserwählte Volk der Juden auf den Messias gewartet und diesen Tag herbei gesehnt. Aber als er gekommen ist, hielt sich die Freude in Grenzen. „Er kam in sein Eigentum, doch die Seinigen nahmen Ihn nicht auf“, schreibt der hl. Apostel und Evangelist Johannes (Joh. 1,11). Dasselbe trifft leider nicht nur auf viele Menschen, sondern selbst auf viele offizielle Christen zu. Damals wie heute sind jene, die Ihn mit Glaube, Sehnsucht und Freude aufnehmen eine Minderheit. Umso wichtiger ist es, unseren Herrn und Heiland durch unseren Glauben und unsere Liebe zu trösten. Möge unsere Freude über das Fest der Geburt unseres Erlösers ausstrahlen auf jene, welche diese wahre Freude noch nicht oder nicht mehr kennen…

Ihnen und Ihren Familien, wünsche ich auch im Namen meiner Mitbrüder frohe und gnadenreiche Weihnachten und Gottes Segen für das Jahr 2026

Ihr Pater Gerstle

Vorwort zum Dezember-Rundbrief

Liebe Gläubige,

alle geistlichen Lehrer betonen die Bedeutung von Stille und Zurückgezogenheit, um ein entsprechend innerliches Gebetsleben zu führen. Angesichts der ständigen „Berieselung“, der wir heutzutage durch die Medien, durch den lauten Verkehr, in der Arbeitswelt und im hektischen Alltag ausgesetzt sind, stellt sich berechtigterweise die Frage, ob unter diesen äußeren Voraussetzungen geistliches Leben außerhalb von kontemplativen Gemeinschaften noch möglich ist. Auf jeden Fall ist es deutlich schwieriger geworden, das steht außer Frage. Dennoch sind widrige Umstände kein absolutes Hindernis und damit auch keine berechtigte Ausrede, wenn es darum geht, ein Leben der Freundschaft mit Gott zu führen. Das setzt allerdings besonders in unseren Zeiten ein hohes Maß an Selbstdisziplin und ein gesundes Abwehrverhalten voraus. Man muss und darf nicht alles mitmachen. Man muss nicht ständig „Online“ sein und sich stundenlang im Internet bewegen, unabhängig von den großen Gefahren, die dort unsere Seele bedrohen. Warum E-Mails sofort per Smartphone beantworten? Reicht es nicht einmal am Tag zu Hause am PC? Wir werden von so vielen überflüssigen Informationen medial zugemüllt, dass wir ohne drastische Einschränkungen kaum noch den Kopf frei haben für echte Besinnung und ein solides Gebetsleben.

Als gläubige Christen müssen wir „anders“ sein und „anders“ leben. Blindes Mitlaufen und Mitmachen bedeutet geistlichen Tod. Wer schon in dieser Mühle steckt, sollte so schnell wie möglich aussteigen und „alternativ“ leben. Wir müssen wieder lernen, die Stille auszuhalten. Nur so werden wir feinfühlig und hellhörig für die Stimme Gottes in unserer Seele. Deshalb brauchen wir äußere und innere Rückzugsorte. Diese sind neben dem stillen Kämmerlein zu Hause vor allem unsere Kirchen, auch wenn leider viele tagsüber aus Sorge vor Randalismus in den Städten geschlossen sind. Aber man wird immer noch offene Kirchen finden und kann dort vor dem Tabernakel auch außerhalb von öffentlichen hl. Messen in stillem Gebet zur Ruhe kommen. Der Herr lädt uns täglich zur Audienz durch innere Einkehr ein. Er wartet geduldig, aber mit Sehnsucht auf uns. Die Nähe zum Herrn führt dann auch automatisch zu einer tieferen Nähe unseren Mitmenschen gegenüber. Gottes- und Nächstenliebe bedingen sich gegenseitig. Einem innerlichen Menschen fällt es leichter, Anderen geduldig zuzuhören, auf ihre Nöte und Bedürfnisse einzugehen. Die Adventszeit lädt uns noch mehr als anderen Zeiten ein zu innerer Einkehr, zu Korrekturen, die notwendig sind. „Was krumm ist, soll gerade, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden“ (Lk, 3,5) ruft uns der hl. Johannes der Täufer zu. Seien wir bereit zu notwendigen Korrekturen und haben wir den Mut , „nach innen“ zu gehen, um so in der Freundschaft mit Gott zu wachsen.

Eine frohe und gnadenreiche Adventszeit wünscht Ihnen von Herzen

Ihr Pater Gerstle


Worte der hl. Mutter Teresa von Kalkutta

“Innerlich still werden verlangt viele Opfer, aber wenn wir wirklich beten wollen, müssen wir bereit sein, diese Mühe auf uns zu nehmen. Es ist nur der erste Schritt hin zum Gebet, doch wenn wir den ersten Schritt nicht mit Entschiedenheit tun, gelangen wir nie zum Ziel: einem Leben in der Gegenwart Gottes.”

“Beim mündlichen Gebet sprechen wir zu Gott, beim inneren Gebet spricht und kommt Gott zu uns.”

“Die Vollkommenheit eines Gebets hängt nicht von der Zahl der Worte ab, sondern von dem brennenden Wunsch, Jesus zu begegnen.”

 „Das Schweigen des Geistes und des Herzens können wir von Maria lernen. Sie bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen (Lk 2,19).”

„Erst als wir 1973 mit der täglichen hl. Stunde begonnen haben, begann unsere Gemeinschaft zu wachsen und zu blühen“

 “Das Schweigen unserer Augen hilft uns, Gott zu sehen. Unsere Augen sind wie Fenster, durch die entweder Christus oder die Welt in unser Herz gelangt. Oft erfordert es Mut und Entschiedenheit, nicht alles anzuschauen.”


 

Vorwort zum November-Rundbrief

Liebe Gläubige,

zunächst soll ich Ihnen im Namen von Pater Unglert danken für den herzlichen Abschied, den Sie ihm in Köln, Düsseldorf und Bonn bereitet haben. Vor allem für die guten Wünsche, die Versicherung des Gebets und die schönen Abschiedsgeschenke, über die er sich sehr gefreut hat. Er denkt mit großer Dankbarkeit an die vier Jahre in unserer Niederlassung zurück. Pater Unglert wird sicherlich hin und wieder den Weg ins Rheinland finden und die hl. Messe bei uns feiern, so wie Pater Brüllingen, der auch dieses Jahr im Rahmen seines Heimaturlaubs in der Eifel im Oktober mehrere Male die hl. Messe an unseren Messorten gefeiert hat zur Freude der Gläubigen.

Vor genau 60 Jahren ging im Jahr 1965 das II. Vatikanische Konzil zu Ende. Die nachkonziliare Zeit war geprägt von vielen Umbrüchen in der Kirche und in der Gesellschaft. Diese Brüche sind bis heute noch nicht geheilt. Umso wichtiger ist es, die Texte des II. Vatikanischen Konzils  wirklich zu studieren und für unser Glaubensleben fruchtbar zu machen. Kein Konzil ist perfekt und sicherlich kann man auch die eine oder andere Schwachstelle finden. Aber im Ganzen betrachtet sind die Konzilstexte überaus reich an katholischer Theologie und Spiritualität, mit zahlreichen Zitaten aus dem Konzil von Trient, sowie aus dem Neuen Testament. Wir dürfen die Deutungshoheit nicht jenen überlassen, welche von einem „Geist des Konzils“ fabeln um ihre Irrlehren zu untermauern, die aber mit den Texten des Konzils so gut wie gar nichts zu tun haben. Kaum jemand hat sich in Wort und Schrift so verdient gemacht, das Konzil gegen eine zweifelhafte Vereinnahmung zu verteidigen, wie Kardinal Ratzinger. Wir wollen dieses Anliegen unterstützen und verschiedene Texte in unseren Katechesen aufgreifen und im nächsten Jahr jeweils Auszüge in unserem Rundbrief veröffentlichen.

Im Monat November richtet sich unser Blick verstärkt auf das ewige Leben. Vergessen wir im Allerseelenmonat vor allem nicht unsere Verstorbenen in unserem Gebet. Die meisten Gläubigen bedürfen noch der Läuterung im Jenseits, bevor sie in die Herrlichkeit Gottes eingehen können. Sie warten auf unser Gebet, das ihnen Trost und Hilfe ist. Enttäuschen wir sie nicht…

P. Bernhard Gerstle

Vorwort zum Oktober-Rundbrief

Liebe Gläubige,

am Sonntag, 21. September, hat sich Pater Josef Unglert im Rahmen eines levitierten Hochamtes in der Kirche Maria Hilf aus Köln verabschiedet. An dieser Stelle möchte ich Pater Unglert von Herzen für sein Wirken in unserer Niederlassung in den vergangenen vier Jahren danken. Er hat einen gewichtigen Anteil an dem Ausbau des Apostolats und der guten Entwicklung unserer Niederlassung. Er wird vielen Gläubigen fehlen, hinterlässt aber auch in unserer Hausgemeinschaft eine spürbare Lücke.

Der Abschiedsschmerz wird etwas dadurch gemildert, dass er auch nächstes Jahr und hoffentlich darüber hinaus, die Familienfreizeit in Blankenheim leiten wird. Ebenso bleibt er den jungen Erwachsenen durch das jährliche Wanderlager auch künftig verbunden. Und sicherlich wird er sich auch über Besuche aus dem Rheinland in Wigratzbad freuen, wo er im Priesterseminar und in der Jugendarbeit eine neue Aufgabe und Verantwortung übernimmt.

Es freut mich sehr, dass er so positiv auf seine ersten Priesterjahre zurückschauen darf, wie es in seinem Abschiedswort zum Ausdruck kommt. Das heißt schon was, wenn ein junger Priester aus Bayern schreibt, dass ihm Köln in gewissem Sinn zur „zweiten Heimat“ geworden ist. Er soll auch wissen, dass wir uns immer freuen, wenn er sich hin und wieder mal in Köln, Düsseldorf oder Bonn sehen lässt.

Bitte schließen Sie ihn weiterhin in Ihr Gebet ein und heißen Sie seinen Nachfolger, Pater Francesco Serwe, ebenfalls herzlich willkommen. Ich freue mich über Ihr zahlreiches Kommen zu dessen offizieller Einführung am Sonntag, 5. Oktober, in Maria Hilf, im Rahmen des Hochamtes und der anschließenden Begegnung im Rahmen einer Agape vor der Kirche.

Es grüßt Sie und Ihre Familien herzlich

Ihr Pater Bernhard Gerstle

Vorwort zum Rundbrief August / September

Liebe Gläubige,

in diesem Sommer steht in unserer Niederlassung eine wichtige personelle Änderung an. Pater Josef Unglert soll auf Wunsch der Oberen Ende September eine neue Aufgabe für unsere Petrusbruderschaft in unserem Priesterseminar in Wigratzbad übernehmen. Wir waren auf diese Änderung vorbereitet und etliche Gläubige haben es auch schon erahnt. Pater Unglert ist gemeinsam mit mir vor vier Jahren im September 2021 als Neupriester nach Köln gekommen. Die Coronakrise mit ihren Einschränkungen im liturgischen und öffentlichen Bereich war immer noch nicht überwunden. Dass wir heute nach vier Jahren mit Dankbarkeit auf ein blühendes Apostolat in unserer Kölner Niederlassung schauen dürfen, daran hat Pater Unglert einen beträchtlichen Anteil. Ohne seinen eifrigen und loyalen Einsatz wäre die positive Entwicklung nicht möglich gewesen. Dafür gilt ihm unser aller Dank! Ob in Köln, Düsseldorf oder Bonn, überall erfreut er sich bei vielen Gläubigen großer Beliebtheit. Vor allem die Kinder und jungen Leute, sowie die Familien, die er eifrig besucht hat, werden ihn, seinen Humor und seine Freude an Geselligkeit schmerzlich vermissen. Ein kleiner Trost wird sein, dass er vorerst weiterhin unsere Familienfreizeit in der Eifel leiten wird, ebenso das sehr populäre jährliche Wanderlager für junge Erwachsene, deren Teilnehmer zum großen Teil aus unserer Niederlassung kommen. So wird er weiterhin diese freundschaftlich gewachsenen Kontakte pflegen können. Der Distriktsobere, Pater Dreher, hat ihn gebeten, von Wigratzbad aus noch mehr als bisher überregionale Verantwortung in der Jugendarbeit zu übernehmen.

Ich freue mich, dass wir trotz personeller Engpässe in unserem deutschsprachigen Distrikt mit Pater Francesco Serwe, der wie Pater Mendler vor einem Jahr zum Priester geweiht worden ist, einen Ersatz bekommen. Er war in seinem ersten Priesterjahr in unserer Niederlassung in Türkheim im Bistum Augsburg tätig. Seine Familie lebt zwar seit etlichen Jahren in Berlin, stammt aber ursprünglich aus Bergisch Gladbach. In Berlin ist Francesco geboren und aufgewachsen. Insofern dürfen Sie sich immerhin auf einen „halben Rheinländer“ freuen. Ich durfte ihn schon Jahre vor seinem Seminareintritt noch als kleinen Schulbub bei Familienfreizeiten als eifrigen Ministranten kennenlernen. Nachdem sich
P. Korbinian Mendler in seinem ersten Jahr hervorragend eingearbeitet hat und wir bald wieder mit P. Serwe zu dritt im Kölner Team sind – Pater Andreas Fuisting wird weiterhin von Mettmann aus die Messorte in Remscheid, Frielingsdorf, Wuppertal und Lützenkirchen betreuen – bin ich zuversichtlich, dass wir ohne Abstriche das Apostolat und die Seelsorge in der Niederlassung weiterführen können. Die Verabschiedung von Pater Unglert wird in Köln am Sonntag, 21. September, an den Sonntagen zuvor in Düsseldorf und Bonn stattfinden. Die offizielle Einführung von P. Francesco Serwe ist für Sonntag, 5. Oktober in Maria Hilf mit anschließender Agape vorgesehen.

Die Urlaubs- und Ferienzeit hat bereits begonnen. Allen, die es betrifft, wünsche ich eine gute Erholung und eine schöne gemeinsame Zeit. Auch von uns Priestern wird immer mal wieder jemand in den nächsten Wochen abwesend sein, sei es im Urlaub oder in verschiedenen Ferienapostolaten.

Es grüßt Sie im Gebet verbunden, auch von meinen Mitbrüdern

Ihr P. Bernhard Gerstle