Renovierung unseres Hauses St. Engelbert

In den letzten Wochen und Monaten mussten wir an unserem Haus in Lindenthal umfangreiche Renovierungen vornehmen. Die Elektrik musste erneuert werden, der Balkon und die Außenfassade bedurfte ebenfalls dringend der Renovierung, da durch entstandene Risse bereits Wasser eingedrungen war. Gleichzeitig hat unser Haus einen neuen Anstrich bekommen. Die Arbeiten sind demnächst abgeschlossen, dann haben wir hoffentlich für die nächsten Jahre in dieser Hinsicht Ruhe.

Außerdem haben wir von einem befreundeten Diözesanpriester zahlreiche Messgewänder geschenkt bekommen, die aber zum großen Teil nicht vollständig oder beschädigt waren. Hauptkostenpunkt ist die Beschaffung entsprechender Stoffe, die nun von meist ehrenamtlichen Helfern nach und nach verarbeitet werden und unser Kontingent an den verschiedenen Messorten erweitern.

Nun sind unsere Rücklagen weitgehend aufgebraucht, so dass wir sehr dankbar für eine finanzielle Unterstützung im Rahmen Ihrer Möglichkeiten sind. Unsere Dankbarkeit bringen wir durch eine monatliche heilige Messe für unsere lebenden und verstorbenen Freunde und Wohltäter zum Ausdruck.

Möge Gott Ihre Großzügigkeit und Hilfe reichlich vergelten!

Pater Gerstle

Abschiedsworte von Pater Unglert

Liebe Gläubige,

als ich vor genau vier Jahren von den Oberen hier in Rheinland geschickt wurde, konnte ich mir gar nicht vorstellen als waschechtes Dorfkind in einer Großstadt wie Köln zu leben. Tatsächlich waren die Startbedingungen hier in Köln alles andere als ideal. Mit Pater Gerstle und mir und dann auch mit dem Weggang von Pater Brüllingen musste die Kölner Niederlassung auf einen großen personellen Wechsel schauen, nachdem dort jahrelang die gleichen Priester ihren Dienst verrichtet hatten. Zudem war die Ankunft von Pater Gerstle und mir überschattet von der Corona-Pandemie, an der sich bekanntlich die Geister schieden … Dennoch wurde ich – gerade von den jungen Gläubigen – sehr schnell aufgenommen und akzeptiert, was mir eine große Hilfe war und wofür ich sehr dankbar bin.

Nach vier Jahren in Köln fällt mir nun der Abschied schwer. Obwohl ich anfangs nicht ins Rheinland gehen wollte und mit etwas Wehmut meine bayrische Heimat hinter mir ließ, muss ich sagen, dass mir nichts Besseres passieren konnte, als meine Ernennung für Köln. Land und Leute sind mir sehr ans Herz gewachsen und in gewissem Sinn zu meiner „zweiten Heimat“ geworden. Jedenfalls werde ich Köln mit seinem Dom vermissen! Für mich gilt es nun weiterzuziehen und dankbar auf die vergangene schöne Zeit zurückzublicken!

Ganz herzlich bedanken möchte ich mich an dieser Stelle vor allem bei P. Bernhard Gerstle, der mich als väterlicher Freund auf den ersten Schritten im Priestertum begleitet hat. Trotz des großen Altersunterschiedes bin ich sehr dankbar für die Freundschaft, die sich in den letzten Jahren zwischen uns entwickelt hat. Ebenso gilt mein Dank Pater Mendler, der unser Apostolat seit einem Jahr bereichert.

Nicht zuletzt gilt auch Ihnen allen mein Dank, für das entgegengebrachte Vertrauen und die Wertschätzung. Für einen Priester ist es immer schön, wenn seine Dienste in Anspruch genommen werden. In Köln konnte ich viele Erfahrungen sammeln und dafür bin ich sehr dankbar.

Meine neue Aufgabe werde ich im Seminar der Petrusbruderschaft in Wigratzbad antreten. Das nächste Jahr soll mir dort zur Vorbereitung dienen, damit ich – so Gott und die Oberen nach einem Jahr noch wollen – die Leitung des Spiritualitätsjahres, also der Erstjahrseminaristen, übernehmen kann. Schon jetzt soll ich Katechese für die neuen Seminaristen in der deutschen Sektion unterrichten. Des Weiteren muss ich auch ordentlich Französisch lernen, weil mehr als die Hälfte der Seminaristen sind französischsprachig. Zwar soll ich nur für die neuen deutschsprachigen Seminaristen zuständig sein, jedoch trägt man natürlich auch Verantwortung für den französischsprachigen Teil des Seminars. Zudem wünschen die Oberen, dass ich mich vom Seminar aus um die Jugendarbeit der Petrusbruderschaft im deutschsprachigen Raum kümmere und diese koordiniere. Es wird mir also nicht langweilig werden…

Zum Schluss bleibt mir nur eine Bitte: beten Sie gerne weiter für mich, auch wenn ich nicht mehr vor Ort tätig bin! Ich will auch Sie weiterhin im Gebet mittragen

Herzlich grüßt

Pater Josef Unglert

Vorwort zum Rundbrief August / September

Liebe Gläubige,

in diesem Sommer steht in unserer Niederlassung eine wichtige personelle Änderung an. Pater Josef Unglert soll auf Wunsch der Oberen Ende September eine neue Aufgabe für unsere Petrusbruderschaft in unserem Priesterseminar in Wigratzbad übernehmen. Wir waren auf diese Änderung vorbereitet und etliche Gläubige haben es auch schon erahnt. Pater Unglert ist gemeinsam mit mir vor vier Jahren im September 2021 als Neupriester nach Köln gekommen. Die Coronakrise mit ihren Einschränkungen im liturgischen und öffentlichen Bereich war immer noch nicht überwunden. Dass wir heute nach vier Jahren mit Dankbarkeit auf ein blühendes Apostolat in unserer Kölner Niederlassung schauen dürfen, daran hat Pater Unglert einen beträchtlichen Anteil. Ohne seinen eifrigen und loyalen Einsatz wäre die positive Entwicklung nicht möglich gewesen. Dafür gilt ihm unser aller Dank! Ob in Köln, Düsseldorf oder Bonn, überall erfreut er sich bei vielen Gläubigen großer Beliebtheit. Vor allem die Kinder und jungen Leute, sowie die Familien, die er eifrig besucht hat, werden ihn, seinen Humor und seine Freude an Geselligkeit schmerzlich vermissen. Ein kleiner Trost wird sein, dass er vorerst weiterhin unsere Familienfreizeit in der Eifel leiten wird, ebenso das sehr populäre jährliche Wanderlager für junge Erwachsene, deren Teilnehmer zum großen Teil aus unserer Niederlassung kommen. So wird er weiterhin diese freundschaftlich gewachsenen Kontakte pflegen können. Der Distriktsobere, Pater Dreher, hat ihn gebeten, von Wigratzbad aus noch mehr als bisher überregionale Verantwortung in der Jugendarbeit zu übernehmen.

Ich freue mich, dass wir trotz personeller Engpässe in unserem deutschsprachigen Distrikt mit Pater Francesco Serwe, der wie Pater Mendler vor einem Jahr zum Priester geweiht worden ist, einen Ersatz bekommen. Er war in seinem ersten Priesterjahr in unserer Niederlassung in Türkheim im Bistum Augsburg tätig. Seine Familie lebt zwar seit etlichen Jahren in Berlin, stammt aber ursprünglich aus Bergisch Gladbach. In Berlin ist Francesco geboren und aufgewachsen. Insofern dürfen Sie sich immerhin auf einen „halben Rheinländer“ freuen. Ich durfte ihn schon Jahre vor seinem Seminareintritt noch als kleinen Schulbub bei Familienfreizeiten als eifrigen Ministranten kennenlernen. Nachdem sich
P. Korbinian Mendler in seinem ersten Jahr hervorragend eingearbeitet hat und wir bald wieder mit P. Serwe zu dritt im Kölner Team sind – Pater Andreas Fuisting wird weiterhin von Mettmann aus die Messorte in Remscheid, Frielingsdorf, Wuppertal und Lützenkirchen betreuen – bin ich zuversichtlich, dass wir ohne Abstriche das Apostolat und die Seelsorge in der Niederlassung weiterführen können. Die Verabschiedung von Pater Unglert wird in Köln am Sonntag, 21. September, an den Sonntagen zuvor in Düsseldorf und Bonn stattfinden. Die offizielle Einführung von P. Francesco Serwe ist für Sonntag, 5. Oktober in Maria Hilf mit anschließender Agape vorgesehen.

Die Urlaubs- und Ferienzeit hat bereits begonnen. Allen, die es betrifft, wünsche ich eine gute Erholung und eine schöne gemeinsame Zeit. Auch von uns Priestern wird immer mal wieder jemand in den nächsten Wochen abwesend sein, sei es im Urlaub oder in verschiedenen Ferienapostolaten.

Es grüßt Sie im Gebet verbunden, auch von meinen Mitbrüdern

Ihr P. Bernhard Gerstle

Vorwort zum Rundbrief Juni / Juli

Liebe Gläubige,

als am 8. Mai Kardinal Mamberti gegen 19.30 Uhr auf der Loggia des Petersdoms Robert Francis Prevost als neuen Papst Leo XIV.  verkündigte, ging es wohl selbst gut informierten Kennern der Kirche ähnlich wie mir: wer ist dieser neue Papst Leo XIV.? Für mich war er jedenfalls ein unbeschriebenes Blatt. Sein Name fiel so gut wie nicht als Papstkandidat im Vorfeld des Konklave. Inzwischen wissen wir etwas mehr über den neuen Pontifex. Mein erster guter Eindruck hat sich mittlerweile verfestigt. Da war zunächst sein äußeres Erscheinungsbild: Anders als sein Vorgänger Papst Franziskus betonte er durch seine Kleidung die Würde des Papstamtes. Zum Zweiten die Wahl seines Namens: Nach eigener Aussage haben ihn vor allem zwei Päpste bewegt, sich den Namen Leo zuzulegen: der hl. Papst Leo der Große (+461), einer der bedeutendsten Päpste der Kirchengeschichte. Dieser verteidigte die wahre christliche Lehre über Jesus Christus auf dem Konzil von Chalcedon gegen Irrlehren und er bewahrte Rom vor der Zerstörung durch die Barbaren. Desweiteren Papst Leo XIII. (+1903), der die soziale Frage in der berühmten Enzyklika „Rerum Novarum“ wie kaum ein anderer Papst aufgriff, der aber auch eine tiefe Verehrung zur hl. Gottesmutter Maria und zum hl. Augustinus hatte, dessen Orden Papst Leo XIV. angehört und den er 12 Jahre als Generaloberer geleitet hatte. Besonders aber erfüllt mich seine erste Predigt am Tag nach seiner Wahl an die Kardinäle mit großer Hoffnung für dieses Pontifikat. Es zeichnen sich hier die ersten Grundlinien ab. Mit Papst Franziskus verbindet ihn ein großes Engagement für Arme und Notleidende, wie Berichte über seine missionarische Tätigkeit in Peru deutlich zeigen. Es spricht jedoch viel dafür, dass nicht nur ein menschlich angenehmer und bescheidener Papst gewählt wurde, der gut zuhören kann, ein engagierter Seelsorger, sondern zugleich ein versierter Theologe. Damit verbindet sich die Hoffnung, dass er in seiner Autorität als Papst in aktuell innerkirchlich umstrittenen Fragen wieder für die notwendige Klarheit bezüglich der kirchlichen Lehre Sorge tragen wird.

Auffällig ist in seiner Predigt vom 9. Mai an die Kardinäle, dass er die Person Jesu Christi in den Mittelpunkt stellt, den er als „einzigen Erlöser“ bezeichnet und darum sich klar von allen Äußerungen abgrenzt, die man dahingehend interpretieren könnte, als ob es neben der christlichen Religion noch andere Religionen gibt, die in sich selbst heilskräftig sind. Leo XIV. spricht  ferner von der Bedeutung der Kirche: „In besonderer Weise vertraut Gott, indem er mich durch eure Wahl zum Nachfolger des Ersten der Apostel berufen hat, diesen Schatz mir an, damit ich mit seiner Hilfe ein treuer Verwalter (vgl. 1Kor 4,2) zum Wohl des gesamten mystischen Leibes der Kirche sei, auf dass sie immer mehr zu einer Stadt auf dem Berg wird (vgl. Offb 21,10), zu einer rettenden Arche, die durch die Wogen der Geschichte steuert, zu einem Leuchtturm, der die Nächte der Welt erhellt. Und dies weniger wegen der Großartigkeit ihrer Strukturen oder der Pracht ihrer Bauten – wie die Baudenkmäler, in denen wir uns befinden – , sondern durch die Heiligkeit ihrer Glieder…“

Er zitiert dann die Frage Jesu in Cäsarea Philippi: „Für wen halten die Leute den Menschensohn (Mt 16,13)?“ Für den neuen Papst ist das die entscheidende Frage und er stellt fest, dass Jesus eben leider für sehr viele Menschen, selbst für Getaufte, wohl ein besonderer Mensch gewesen sei, ein großer Wohltäter und Prediger, aber eben doch nur ein Mensch und nicht der menschgewordene Sohn Gottes. Er trifft mit dieser Aussage meines Erachtens einen sehr entscheidenden und wunden Punkt, der inzwischen auch in der katholischen Kirche offen zutage tritt: die Infragestellung der wahren Gottheit Jesu Christi. Viele Irrlehren, die seit Jahrzehnten in die Kirche eingedrungen sind und die einer dringenden Klärung bedürfen, haben letztlich ihre Wurzel in der Leugnung der wahren Gottheit Jesu Christi. Wir dürfen dankbar sein, dass Papst Leo XIV. diesen Punkt gleich zu Beginn seines Pontifikats so deutlich anspricht.

Der Papst fährt fort, nachdem er die vielfach üblichen Antworten der Welt über die Person Christi erwähnt hat: „Auch heute wird der christliche Glaube in nicht wenigen Fällen als etwas Absurdes angesehen, als etwas für schwache und wenig intelligente Menschen; vielfach werden andere Sicherheiten wie Technologie, Geld, Erfolg, Macht und Vergnügen bevorzugt. Es handelt sich um Umfelder, in denen es nicht leicht ist, das Evangelium zu bezeugen und zu verkünden, und in denen Gläubige verspottet, bekämpft, verachtet oder bestenfalls geduldet und bemitleidet werden. Doch gerade deshalb sind dies Orte, die dringend der Mission bedürfen, denn der Mangel an Glauben hat oft dramatische Begleiterscheinungen: dass etwa der Sinn des Lebens verloren geht, die Barmherzigkeit in Vergessenheit gerät, die Würde des Menschen in den dramatischsten Formen verletzt wird, die Krise der Familie und viele andere Wunden, unter denen unsere Gesellschaft nicht unerheblich leidet…“

Soweit Auszüge aus dieser überaus lesenswerten Predigt des Papstes vom 9. Mai, die Sie im Internet in voller Länge nachlesen können.

Man sprach im Vorfeld des Konklave von einer Richtungswahl. Wenn diese erste Predigt des Papstes und seine ersten Äußerungen die Richtung vorgeben, dann dürfen wir voller Hoffnung auf dieses Pontifikat sein. Vielleicht ist es der Papst, der nach einer Vision des hl. Don Bosco das Schiff der Kirche rettet, indem er es auf die beiden Säulen im Meer zusteuert, auf deren Spitze die hl. Eucharistie und die hl. Gottesmutter Maria zu sehen sind. Beten wir für Papst Leo XIV. und beten wir auch für den verstorbenen Papst Franziskus!

(Pater Gerstle)

Pater Miguel Stegmaier verstorben

Mit schwerem Herzen geben wir bekannt, dass unser Mitbruder, Pater Miguel Stegmaier, am späten Abend des 19. Dezembers tödlich verunglückte.

Zum Zeitpunkt des Unglücks hielt sich Pater Stegmaier mit drei weiteren Personen in einem Haus der Bruderschaft im oberfränkischen Landkreis Hof auf. Er hatte sich bereits in sein Zimmer zurückgezogen, als die Mitbewohner den Ausbruch eines Feuers bemerkten. Sie versuchten Pater Stegmaier aus seinem Zimmer zu retten, die schwere Rauchentwicklung und die Hitze machten dies jedoch unmöglich. Erst die alarmierten Rettungskräfte der Feuerwehr konnten ihn bergen. Die eingeleiteten Wiederbelebungsmaßnahmen blieben allerdings ohne Erfolg. Die Ursache des Brandes wird derzeit noch untersucht.

Miguel Stegmaier wurde am 13. Mai 1976 in Santiago de Chile (Chile) geboren. Prägend war für ihn die Zeit auf einer Jesuitenschule in der chilenischen Heimat, wo er bereits früh die Liebe zum Gottesdienst und zur lateinischen Sprache empfing. 1996 trat er in das Priesterseminar St. Petrus in Wigratzbad ein und wurde am 21. Juni 2003 für die Bruderschaft zum Priester geweiht. Von 2003 bis 2020 war Pater Stegmaier in unserem Apostolat in Köln tätig. Seine Frohnatur und sein Eifer für die Liturgie haben ihm dort viele Herzen gewonnen.

Requiescat in Pace!


Quelle: https://petrusbruderschaft.de/pages/themen/bruderschaft/tod-von-miguel-stegmaier.php

In memoriam Papst Benedikt XVI.

(1927-2022)


Am 31. Dezember hat Papst Benedikt sein Leben in die Hände Gottes zurück gelegt. Es passt ins Bild, dass seine letzten hörbaren Worte gelautet haben: „Herr, ich liebe Dich!“ Seine erste Papstenzyklika trug den Titel: „Gott ist die Liebe!“ Papst Benedikt war nicht nur ein großer Gelehrter, sondern auch ein zutiefst geistlicher Mensch. In seinen Schriften und Predigten fällt immer wieder der Begriff: „Christus von innen her kennen!“ Dieses „von innen her“ geschieht bei ihm durch inneres Gebet, Betrachtung und geistliche Lesung.

Der unmittelbare Kontakt zu den Menschen fiel ihm schwerer als seinem Vorgänger und seinem Nachfolger. Von Natur aus eher schüchtern, suchte er nicht die große Bühne. Diese vornehme Zurückhaltung machte ihn aber auf der anderen Seite auch sympathisch. Als feinfühliger Mensch litt er unter ungerechten Angriffen. Ganz besonders traf ihn der infame Vorwurf, er habe als Erzbischof von München-Freising bewusst sexuelle Missbrauchstäter geschützt und Taten vertuscht. Das Gegenteil war der Fall. Als Präfekt der Glaubenskongregation hat er dafür gesorgt, dass hunderte Priester und etliche Bischöfe des Amtes enthoben und laisiert wurden. Als Papst hat er eine Null-Toleranz-Politik durchgesetzt und den schlimmen Skandal um den verbrecherischen Gründer der Legionäre Christi, Gabriel Maciel, aufgedeckt. Die kompromisslose Verteidigung der Glaubenswahrheiten musste er mit dem zweifelhaften Ruf, ein „Panzerkardinal“ zu sein, bezahlen. Doch bis auf einige völlig verblendete Theologen, haben selbst sehr erbitterte Gegner seine Brillanz als Theologe anerkannt. So wundert es nicht, dass erste Rufe laut werden, den „Mozart der Theologie“ (Guido Horst in der Tagespost v. 5. Januar) zum Kirchenlehrer zu ernennen. Ich bin überzeugt, dass dies auch eines Tages erfolgen wird.

Die Priesterbruderschaft St. Petrus hat ihm sehr viel zu verdanken. Ohne ihn wäre wohl kaum die Gründung unserer Gemeinschaft in den Wirren um die schismatischen Bischofsweihen von Écône 1988 möglich gewesen. Er war es, der vier unserer Priester, darunter unseren ersten Generaloberen Pater Bisig, wenige Tage später Anfang Juli 1988 empfing und die Gründung einer neuen Gemeinschaft nach Kräften unterstützte. In der aktuellen Februar-Ausgabe des Informationsblattes beschreibt unser Mitgründer und erster Generaloberer Pater Josef Bisig (1988-2000) treffend dessen entscheidende Rolle in den schwierigen Anfangsjahren der Petrusbruderschaft, in denen die zarte Pflanze unserer Gemeinschaft durch Angriffe von innen und außen einige Male zu ersticken drohte. Papst Benedikt XVI. verteidigte schon sehr früh als Professor und Kardinal die Texte des 2. Vatikanischen Konzils gegen eine modernistische Interpretation und Vereinnahmung. Er bestand darauf, dass sie im Lichte der früheren Konzilien und im „Lichte der Tradition“ gelesen und verstanden werden müssen. Dass sich die Extreme wie so oft berühren, sieht man gerade im Verständnis des Konzils. Sowohl die Modernisten, als auch Vertreter der Traditionalisten wie die Piusbruderschaft, sehen im Konzil einen Bruch und lehnen daher entweder die „vorkonziliare“ oder die „nachkonziliare“ Kirche ab. Gegen beide Richtungen wehrte sich in seinen Schriften und Predigten sehr überzeugend der verstorbene Papst. Es war auch sein großes Verdienst, die überlieferte Liturgie aus der Versenkung zu holen und diesen großen Schatz wieder der ganzen Kirche zugänglich zu machen. Erzbischof Gänswein hat inzwischen bestätigt, wie traurig den emeritieren Papst Benedikt das Motu Proprio „Traditionis Custodes“ von Papst Franziskus aus dem Jahr 2021 gemacht hat, als dieser die großzügige Freigabe der überlieferten Liturgie wieder drastisch eingeschränkt hat. Hoffen und beten wir, dass diese Maßnahme durch einen Nachfolger im Sinne von Papst Benedikt XVI. wieder rückgängig gemacht wird (Pater Gerstle).

Vorstellung P. Unglert

Liebe Gläubige,

der Sommer ist in der Petrusbruderschaft und in ähnlichen Gemeinschaften immer eine beliebte Zeit um strukturelle und personelle Veränderungen vorzunehmen. So hat sich mit der Leitung des deutschsprachigen Distrikts Einiges in der Niederlassung in Köln geändert. Den neuen Hausoberen in Köln – Pater Gerstle, den ich seit meiner Seminarzeit gut kenne und der mir sicherlich ein väterlicher Begleiter in den ersten Jahren des Priestertums sein wird – haben Sie bereits kennengelernt. Nun ist die Reihe auch an mir, mich vorzustellen. Da ich aus dem schönen Bayernland stamme, begrüße ich Sie zu Beginn zunächst einmal mit einem herzlichen „Grüß Gott!“

Nach sieben Jahren der Seminarausbildung freut sich jeder Seminarist, auf die anstehende und lang vorbereitete Priesterweihe und die nun endlich beginnende Seelsorge. Für mich war es nun diesen Sommer endlich soweit. Am 26. Juni durfte ich aus den Händen von Erzbischof Wolfgang Haas in der prachtvollen Basilika von Ottobeuren das Sakrament der hl. Priesterweihe empfangen.

Da ich noch relativ jung bin – 26 Jahre – blicke ich auf ein noch nicht allzu sehr spektakuläres Leben zurück. Aufgewachsen bin ich zunächst auf einem kleinen Bauernhof im reizvollen Unterallgäu. Den größten Teil meiner Jugend lebte ich in der Kleinstadt Bad Wörishofen. Mit 19 Jahre, also direkt nach dem Abitur, habe ich mich dazu entschlossen in das internationale Priesterseminar St. Petrus der Priester­bruderschaft St. Petrus einzutreten. Nach dem Spiritualitätsjahr, den zwei Jahren Philosophiestudium und den drei Jahren Theologiestudium, haben ich in meinem Diakonatsjahr bereits erste praktische Erfahrungen in unserer Gemeinde in Bourges, Frankreich gesammelt.

Das Rheinland kenne ich bisher nur flüchtig, es ist also praktisch Neuland für mich. Allerdings sind die Rheinländer für ihren Humor bekannt und die Stadt Köln über den berühmten Kölner Dom hinaus für seine zahlreichen und schönen Kirchen. Sie kann also auf eine lange und glanzvolle katholische Geschichte zurückblicken, die von großen Gestalten wie dem Albert den Großen (13. Jh.) und Petrus Canisius (16. Jh.), geprägt ist. Albert der Große wurde nicht weit von meiner Heimat in Lauingen an der Donau geboren und wirkte lange als Universalgelehrter in Köln, wo er u.a. der hl. Thomas von Aquin zu seinen Schülern zählte. Petrus Canisius aus niederländischen Nijmwegen und hat sich große Verdienste darin erworben, die bedeutende Kirchenprovinz Köln für den katholischen Glauben zu erhalten, indem er auf die Absetzung des protestantisch gesinnten Erzbischof Hermann von Wied hinwirkte und um sich einen glaubenstreuen Klerus scharte, obwohl er selbst zu diesem Zeitpunkt die Priesterweihe noch nicht empfangen hatte. Auch er hat später in meinem Heimatbistum Augsburg gewirkt. Durch den großen und kleinen Katechismus, den er in Frage- und Antwortstil verfasste, hat er in überzeugender Weise die protestantischen Irrlehren widerlegt und den wahren Glauben gestärkt. Es ist eine schöne Fügung, dass unser Generalhaus sich in Fribourg, seinem Sterbeort befindet.

Heute leben wir in ähnlich bewegten Zeiten wie der hl. Petrus Canisius. Zwar ist keiner von uns Priestern ein zweiter Petrus Canisius, aber wir wollen dennoch mit unserem bescheidenen Wirken Ihnen, liebe Gläubige, zur Verfügung stehen. Für mich gilt es nach sieben Jahren des Studiums und des Gebets, nun das Erlernte in die Praxis umzusetzen und Ihnen als Seelsorger zur Verfügung zu stehen. Mir ist dabei freilich bewusst, dass es mir dabei noch an Erfahrung fehlt. Diese wird sich erst im Laufe der Jahre allmählich ergeben. Umso mehr freue ich mich, wenn Sie mir Gelegenheit geben, diese Erfahrung zu sammeln, indem Sie meine Dienste als Priester in Anspruch nehmen. Gerne werde ich Einladungen annehmen, um Sie und Ihre Anliegen näher kennen zu lernen, bzw. die hl. Sakramente zu spenden, sei es das Bußsakrament, die hl. Krankenkommunion oder auch bei schwerer Krankheit die hl. Krankensalbung. Scheuen Sie sich also nicht, mit Ihren Anliegen an uns heranzutreten.

„Durch die Gnade Gottes bin ich, was ich bin. Und seine Gnade [soll] an mir nicht vergeblich gewesen [sein]“ (1 Kor 10,15). Dafür bitte ich Sie, liebe Gläubige, um Ihr eifriges Gebet.

Es grüßt Sie alle im Gebet verbunden herzlich,

Ihr P. Josef Unglert FSSP